Archive for the ‘virtuelle Szene’ Category

„verpass keine Party mehr!“

Freitag, März 22nd, 2013

Der „Homo“ oder Schwule schwankt in seinem Leben ständig zwischen Provinz und Weltstadt. Das einsame Landei geht in die Stadt, um „Seinesgleichen“ zu finden – und hat er seinen „Mr. Right“ gefunden, dann zieht er mit ihm in eine schöne Wohnung wieder aufs Land, für die traute Zweisamkeit.

Der Stadt-Schwule irrt zwischen der Gaybar und dem Stadtpark hin und her. In der einen leidet er an der Enge der familiären Atmosphäre und im anderen sucht er nach dem „unbekannten Mann, Schwulen, oder gar Hetero…

Es gab schon immer welche, die sich nicht nur mit Schwulen begnügten, sie wollten auch vom „heterosexuellen Honig“ naschen. Sogar ein Transsexueller erklärte mir schon vor über vierzig Jahren, dass er sich umbauen liesse, damit er „mit allen Männern“ schlafen könne…

Dieses ständige Einbrechen in neue Räume, in neue „in-Lokale“ und Wiederausbrechen aus familiärer Enge gerade derselben, ist wohl die Parallele zur heterosexuellen Ehe und dem sie begleitenden „Rotlichtmilieu“ mit dem praktischen Hinterausgang aus dieser.

Der „Pomo-Homo“ – also der postmoderne Homo, wie ich ihn in einem US-Roman gefunden habe – schaffte sich seit Jahrhunderten eine bürgerliche Kiste, mit Notausgang in die „weite Welt“, sozusagen. Und nur selten wird die „eingetragene Partnerschaft“, oder eben die bürgerliche Kiste, in die anderen Welten mitgenommen. Man könnte sich (Ihn) ja in ihnen wieder verlieren…

Auf die diversen Fetisch-Veranstaltungen und Fetischlokale möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Aber auch diese sind bemühende Intimsphären-Konstrukte, die aber wiederum davon leben, dass aus allen Richtungen ständig neue und fremde Männer anreisen, um die Stimmung anzuheben. Während die Heteros eine Zeitlang ihre „Swingerparties“ hatten, an denen Mutter und Vater als Pärchen jeweils mit einem anderen Pärchen, oder Vater und Mutter fickten, gibt es da jetzt auch schon „postmoderne Sex-Clubs“.

In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, mussten sich Homosexuelle in privaten Clubs oder angemieteten Sälen verstecken, um ungezwungen tanzen und fröhlich sein zu können. Oder dann in den 70ern mischten sie sich unter die offener gewordene Tanzkultur der Heteros, die aufgehört hatten, als Pärchen zu tanzen. Aber schon bald suchten die Homosexuellen Arbeitsgruppen nach eigenen Räumen, um auch eigene Parties auf eigene Rechnung durchführen zu können. Paartanzen war bei Heteros nicht möglich und die Gays waren ja immer führend in der neuen Musik gewesen!

Das alles tönt heute wie vergangener Schall aus unwirklichen Zeiten. Der postmoderne Homosexuelle pflegt seine familiären Bedürfnisse über die sozialen Netzwerke und sein Iphone mit den speziellen Apps. Den Duft der grossen weiten Welt sucht er an den Parties diverser Städte und Clubs. Sein Appetit ist gewaltig und der Erlebnishunger wird auf immer neue Art, mit Dekos und Labels und eingeflogenen DJs und DJanes erhalten. Frühlings- und Herbstfeste, Maibälle und periodische Parties in den Bars – darüber können wir nur noch müde lächeln…

Die heutigen Zeiten sind professioneller, geschäftstüchtiger und härter geworden. So schnell wie die Flyer, ihren Style und die Parties ihr Lokal wechseln, haben nicht mal die Schwulen ihre Partner getauscht! Und vom Drogenkonsum will ich gar nicht anfangen. Ich will darauf hinaus, dass der Mensch, seine Bedürfnisse und seine Erlebnisse regelrecht zu kurz kommen und mit Material verstopft werden. Diverse Ab-hängigkeiten sind neu geregelt.

Schon die Junghomos – also diejenigen, die noch keine Schwanzvergleiche machen und Pornos untereinander austauschen – befinden sich im Veranstaltungs- und Konsumstress. Sie fühlen sich verpflichtet, „in“ zu sein und es den „grossen“ möglichst nach-zumachen – wie die meisten hetero Jungs auch. Jede Party ist gefährlich und gnadenlos wie ein Pausenplatz vor der Schule. Und diese wiederum funktionieren wie ein Hühnerhof mit Gockeln und Hennen. Statt Schnäbelhacken gibt’s Klatsch und Tratsch und das outfit der Jungs sind die Schwanzfedern des Hahnes. Nicht jeder, der da selbstbewusst auftritt, kann auch zuhause der Familie in die Augen schauen. Aber wen interessiert das?

Die „Pornoerfahrenen“ wiederum müssen jede „Sauerei“ ausprobieren, denn „das Leben ist ja kurz und verschissen wie eine Hühnerleiter“! Orgasmen werden aufgehäuft wie die Schwänze, die möglichst gross sein sollten. So denn jemand nicht Auto fährt, oder ein Zugsabo hat, oder gar ein Flugticket, wird ihm bald langweilig werden…

Keine Zeit zum Innehalten, zum Verarbeiten der Eindrücke, zum Kennenlernen von Menschen. Jeder Fick wird zum ultimativen, jedes Lächeln zum Bewerbungsschreiben an Mr. Right. Egal ob zuhause die „eingetragene Partnerschaft“ wartet, oder mann sich überraschen-derweise in einem Darkroom zufällig wieder trifft.

Diese Gaycommunity ist ein Geschäftsmodell und sie wird solange Bestand haben, wie sie einträglich ist – für Wenige. Und damit verbunden auch die Plattformen und Apps. Die Pics, die Sixpacks und die Klamotten. So schnell wie sie entstanden ist mit den elektronischen Medien, so schnell wird sie auch wieder verschwinden. Nichts ist altmodischer als der Fick von gestern und die Droge von vorgestern. Aber es interessiert keinen.

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel

Junge Schwule und die HABS 1974-80 (Kontiki 20, 1’1980)

Thommen: Schwules Leben in der Stadt, 1977-97

Homo-Kultur 2010 (HabInfo 9)

 

Gästebuch

 

 

 

von gayromeo zu planetromeo

Freitag, Februar 8th, 2013

Ich bin nun bald 10 Jahre auf der „Romeo-Plattform“. Nein, ich bin nicht verärgert, weil ich den „Mann fürs Leben“ noch nicht gefunden habe. Das habe ich dort auch nie gesucht. Übrigens auch nicht auf anderen Plattformen. Aber es hat sich einiges verändert in all den Jahren. Die Plattform ist längst nicht mehr nur für Insider-Gays, Klemmschwestern oder Fetischliebhaber…

Romeo ist mit ihren Userzahlen weder repräsentativ, noch zufällig. Der kleine Ausschnitt aus den Männern der Welt ist immerhin symptomatisch für die Situation der Sexualität unter Männern und auch symptomatisch für die Irrungen und Wirrungen, wie mann zum Sex mit anderen Männern kommen kann. Wahrscheinlich hat es mehr jüngere als ältere Männer. Auf jeden Fall glaube ich, dass mindestens ein Drittel der User Bi- und Heterosexelle sind. Doch sind in den letzten Jahren noch mehr „Variationen“ dazugekommen.

Einige nennen das „Gender“, andere Trans*-en. Doch diese „Kräutervielfalt“ in der Sexualität interessiert mich nicht so sehr. Sie zeigen nur an, wie totalitär der Heterror in unseren Gesellschaften wirkt. Da braucht es Maskeraden und viel Bauernschläue, um seine homosexuellen Bedürfnisse anbringen zu können. Geschweige denn, sie überhaupt nur zu formulieren.

Ich habe viele Tausend Profile und Headlines gelesen. Einiges mehr an Bildern gesehen und bin auf interessante Texte gestossen, die mir archivierungswert erschienen sind. Nach den ersten „Schwulen der Weltgeschichte“, Karl Heinz Ulrich und Heinrich Hössli, sind diese Art von Plattformen oder auch diese Art Foren, die erste freiwillige Dokumentation der Welt über die homosexuellen Bedürfnisse von Männern, welche nicht unter wissenschaftlichen oder psychiatrischen Bedingungen zusammengetragen wurde. Ein riesiges Archiv und für alle Wissenschaften von höchstem Interesse! Doch betreiben Schwule überhaupt Wissenschaft?

Seit Männer und Wirtschaftszweige an das lockere Einkommen von Männern, die mit Männern Sex haben, zu glauben begonnen haben, begann auch auf diesem Gebiet eine zügige „Emanzipation“ anzulaufen. Kürzlich habe ich das Buch von W.F. Haug, über „Warenästhetik, Sexualität und Herrschaft“ gelesen und darin viele Merkmale gefunden, die dieser in der Sozialisation der Frauen gefunden hat, die fast völlig in der neueren Sozialisation von Männern, besonders von Schwulen, wiederum auftauchen. Statt der Klamotten-Shops für Frauen an vielen Ecken einer Stadt, gibt es online-shops für Schwule im Internet, die schnell über jeden Browser auffindbar sind. Für jedes Geschlecht, Gender, oder Trans* findet sich ein Shop für die Befriedigung von primären Geltungsbedürfnissen. Von den ganzen Partnervermittlungs-Seiten ganz zu schweigen.

Doch kehren wir zu den Usern von Romeo zurück! Die ersten Männer auf der Plattform waren „gay“, schwul oder bisexuell. Frauen hatten ausdrücklich keinen Zutritt darauf. Das war auch für viele Hetis und Bi’s eine Beruhigung, denn es hielt ihre Frauen – wenigstens in gewissem Masse – von einem Zutritt ab. Doch seit auch Transgender zugelassen sind, ist praktisch auch die „ganze Welt“ zugelassen. Fragt sich dann nur, wozu denn überhaupt ein „gayromeo“? Die Gegenfrage, die einfach vergessen wird: Wieso gingen denn gay-Männer nicht gleich auf die für Heterosexuelle geschaffenen Plattformen Dates und Ficks suchen? Ich habe das auch früher eine Zeitlang in Chats gemacht und da so meine negativen Erfahrungen, sowohl mit Frauen als auch mit Männern gemacht! Vom „Kinderschutz“ will ich gar nicht anfangen…

Aus „Kinderschutzgründen“ wurde übrigens in Deutschland der Zutritt zu solchen Plattformen auf über 18 Jahre gesetzlich beschränkt! Dies hatte zur Folge, dass die schwulen Plattformen in andere, noch ungeregelte Länder gezogen sind. Nicht auszudenken, wenn der Erwachsenen-Status international noch immer bei 21 oder 22 Jahren wäre, wie das noch vor einigen Jahren so war!

Vor längerer Zeit hatte Romeo eine asiatische Plattform aufgekauft. In der Folge strömten – trotz Geschäftsverbot – Tausende von Masseuren, Escorts und sonstigen „körperlich“ geschäftstüchtigen jungen Männern auf die Server von Romeo. Das war nicht mehr zu übersehen.

Nach der Zugangserlaubnis für Transgenders gab es einen richtigen Ruck an Heterosexuellen, die ihnen nachfolgten. Ich bin nun nicht so dumm, zu glauben, dass das Geschäftsverbot in der „Userzone“ noch ein moralisches Gewicht hat. Gayromeo soll ein Riesengeschäft werden für die Betreiber in Amsterdam und das geht nur, wenn andererseits auch andere Geschäfte dabei mitprofitieren können. Eine Mikroentwicklung des Monopolkapitalismus in etwa, für diejenigen, die damit was anfangen können! 😉

Man kann nun täglich neueste Transen aus Brasilien, Machofuckers von Pornoplattformen, Escorts, Stricher, Masseure aus Europa und dem Mittelmeerraum auf Romeo begrüssen. Dazwischen die paar Schwulen, Bisexuellen, offen deklarierte Heteros und Junghomos.

Geschäftlich werden Pornoseiten mit „Gratisanmeldung“, Erektionsmittel, Schnüffelstoffe und andere „Chems“ vertrieben, die offenbar bei den Männern auf gute Abnahme stossen.

Im Zuge der wirtschaftlichen Probleme und durch die verbreitete Arbeitslosigkeit lassen sich sowohl Schwule, aber auch viele Heteros auf bezahlpflichtige homosexuelle Kontakte mit Klemmschwestern, verheirateten Heteros und Paaren in eingetragenen Partnerschaften ein. Und sicher fällt da auch was für die älteren Homos oder alt gewordenen Heteros ab…

Im Sinne der „Emanzipation“ aller Genders oder Geschlechter könnte man jetzt wohlwollend ausrufen und Beifall klatschen. Ja, das wollten wir doch alle schon immer!? Ich wage da, persönlich mehr als ein, Fragezeichen zu setzen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass hinter den meisten „Frauen“ im Internet nämlich Männer mit handfesten Geschäftsinteressen stecken, die einfach andere Männer ausnehmen. Dies fliesst nun auch in die „homosexuellen“ Plattformen ein, indem der kontinentale Austausch zwar leichter geworden ist, aber das heterosexuelle Geschäft allein nicht mehr genügt. So etwa, wie den Romeos der Verkauf von Pornostreams über ihren „Planeten“ nicht mehr genügte und eingestellt wurde.

Die homosexuellen Bedürfnisse der Männer sind ein riesiger Markt! Aber statt diese Bedürfnisse im lokalen gesellschaftlichen Rahmen zu befriedigen, werden sie outside, in Subkulturen, ins Internet und damit in dubiose Geschäfte gedrängt! Da kann frau dann die Polizei hinsenden, um „Kinderschutz“ und die „heterrorsexuelle“ Ordnung für Familie und Fortpflanzung wieder herzustellen.

Wenn ich mich je getäuscht habe, dann darin, dass es Männer gibt, die an Kommunikation interessiert wären. Das allgemeine Verhalten ist so destruktiv und selektiv und so neurotisch auf eingeschränkte Sichtweisen konzentriert, dass alle die vielen Clubs auf Romeo eigentlich immer nur als indirekte Partnervermittlungen funktionieren. Als es auf Gayroyal noch Chats gegeben hat, musste deren Betrieb eingestellt werden. Die Beleidigungen und gegenseitigen Kränkungen waren zu schlimm geworden, ja schon gerichtswürdig.

Noch etwas zu den Transen: Man sagt immer, man solle sie respektieren und würdigen und sie hätten doch auch ein mühsames Leben und seien diskriminiert, etc. Aber niemand fragt sich, was Transen auf einer schwulen Plattform denn zu suchen haben! Wer einen Mann als Sexualpartner sucht, ist heute längst nicht mehr auf ein Kostümwesen, oder durch Operation verändertes Geschlechtswesen angewiesen! Und bei allem Respekt für Transen und auch für Nutten und ihre Arbeit, wenn mann dies nicht mehr unterscheiden kann, dann geht es nur noch ums Geschäft und nicht um die erheischte Mitleidigkeit. Selten hat einer einen normalen Frauennamen. Exotik hat in der bürgerlichen Gesellschaft halt immer noch einen Aufreisseffekt – fürs Geschäft eben! Ich begegne in Email-Accounts und auf vielen Seiten täglich dem sehr nuttigen Geschäftsgehabe der Heterosexuellen. Muss ich das auf Romeo auch haben?

Vielleicht suchen ja Heteros auf schwulen Plattformen ganz naiv nach Gratissex, weil auch sie nicht mehr so viel Geld zur Verfügung haben. Das werden sie auch von einigen Schwulen bekommen. Aber ein Transenleben ist nun mal mit einer Rente oder einem Job allein nicht zu führen. Die TS sind „bei den Schwulen“ genauso teuer wie im Rotlichtmilieu und das ist auch nicht weit von meiner Türe weg zu finden. Es gibt kein Entfliehen mehr…

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel

Verbreitete Analsucht unter Männern

Dienstag, März 29th, 2011

Diesen Text widme ich Larry Kramer

Von Peter Thommen

Ich versuche dauernd, anderen Menschen zu erklären, warum in der Bibel der Analverkehr zwischen Männern verboten ist. Du weisst es nicht? Weil die Penetration den Mann unwiederbringlich symbolisch zur Frau macht. Und weil der Analbereich mit seinem Bezug auf die Prostata ein geiler Lustspender sein kann.

In den vielen Jahren, die ich im Internet und auf Kontaktplattformen für Homosexualität verbringe, ist mir schon länger aufgefallen, dass Analverkehr in seinen vielfältigen Formen zur zentralen Sexualbetätigung zwischen Männern geworden ist. In früheren Zeiten haben sich viele Homosexuelle davon distanziert, wie sie es heute sehr beflissen auch mit der „Pädophilie“ tun. Ich habe schon damals gelernt, dass es „fast alle“ tun…

Das hat verschiedene Gründe, die noch von Bisexuellen und von Klemmschwestern beeinflusst werden. Zum einen erfahren Bisexuelle diejenige Lust, die sie von ihren Freundinnen und Frauen nicht erhalten können. Zum anderen glauben Viele auch, mit dem Analverkehr „endlich ihre Unschuld“ verlieren zu können… Für Homosexuelle mag der Analbereich die intimste, vertrauteste und „vereinigendste“ Praktik sein. Abgeguckt bei den Heteros. Für Heterosexuelle ist der Analverkehr die konsequente Fortsetzung ihrer Heterosexualität mit Männern. (Oder ihr Anteil an Homosexualität, praktiziert an Frauen)

nachdenken darüber, was mann tut…

HIV und AIDS haben seit Jahrzehnten den Fokus auf den Analverkehr gerichtet. Das ist der intimste und privateste Infektionsweg für diesen Virus, der heute mit teuren Medikamenten in Schach gehalten werden kann. Ja, es wird – nach den EKAF-Richtlinien zur Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze – versucht, diesen Intimweg für HIV-infizierte wieder „zu öffnen“. Das mag für fortpflanzungsbegeisterte Heteros „die Rettung“ sein. Aber die weiteren Infektionen wie Haut- und Geschlechtskrankheiten bleiben damit unverhütet!

Und damit stosse ich zu einem weiteren Mythos vor, der in den meisten Köpfen wuchert: Das Sperma ist Repräsentant seines Produzenten, ja es ist selbst ein Teil seines Körpers, das „ausgetauscht“ wird, so dass die geschlechtliche Vereinigung „fast wie bei den Heteros“ erfolgen kann. Männer können sich gegenseitig „befruchten“. Und wenn mann den Mann nicht haben kann, dann wenigstens sein Sperma. An das glauben sehr viele „Analhuren“ und „Spermastuten“ im Internet – auf Kosten ihrer Gesundheit.

Analverkehr kann sehr geil sein, weil es die Orgasmusgefühle um diese Körperregion erweitert und vielleicht auch etwas verlängert. Es gibt Naturtalente dafür. Aber die meisten müssen diese Gefühle und den „anderen“ Umgang mit ihrem Anus erst – manchmal mühsam – erlernen – meistens mit mangelhaften Informationen. Aber so zentral diese Praktik für die Gesundheit und den Sex auch ist, der Umgang damit ist im Allgemeinen sehr unverantwortlich. Er kann süchtig machen wie Alkohol und andere Drogen. Meistens ist Analsucht verbunden mit Drogensucht und eine Sucht ergänzt die andere, aber ohne dass dies auch objektiv wahrgenommen wird. Das erklärt, warum sie sich unter Männern so ausbreiten kann.

Zur Analsucht gehören nicht nur die Vorstellungen und Fantasien verschiedenster Art. Es gibt auch eine körperliche Abhängigkeit. Einen Schwanz im Körper zu spüren, ihn aufzunehmen und sich von ihm „elektrisieren“ zu lassen. Seinen Anus dehnen zu lassen, um ihn „richtig“ zu spüren. Sich selber irgendwann nicht mehr zu spüren, sondern diesen Kerl, Mann, dieses Bild und den Gott…

Die Sucht, sich selber aufzugeben und nicht mehr zu spüren, sondern den Anderen, Männlichen, Dominanten, findet seine Parallele auch im Alkohol. Süchte verlangen nach immer mehr: Grösseren Schwänzen, mehr und öfter davon. Irgendwann einen Riesendildo wann immer mann das Bedürfnis danach hat. Später vielleicht eine Faust, oder grad zwei. Dass dabei Latex-Handschuhe verwendet werden sollten wie beim Arzt, ist den wenigsten bewusst. Natürlich stört bei diesem Gefühl auch schon ein Kondom. Niemand würde sich solches in den Mund schieben, was viele sich alles in den Arsch schieben. Aber beide Öffnungen sind etwa gleich beschaffen: Mit empfindlichen Schleimhäuten. Das gibt kleinste Verletzungen, die – nach neuesten Erkenntnissen – gefährliche Eingangspforten sind für Hepatitis C.

Der Orgasmus lässt uns selbst intensiv spüren. Aber wie einen Gummizug verlängern lässt er sich nicht. Dafür muss dann das Gefühl im Anus und im Darm an dessen Stelle treten. Bis zur Selbstaufgabe. Und irgendwann möchte mann das Gefühl von einem selbst wieder verlieren…

Es gibt auch Männer, die können sich selbst nicht spüren und greifen daher zu drastischen Mitteln, oder sie versuchen sich „wegzuspüren“ mit Drogen und Sex. Dabei spielt das Gefühl der Selbstverantwortung und der Verantwortung für Andere eine grosse Rolle – wird aber meistens „übersehen“. Keiner würde in Turnschuhen das Matterhorn besteigen, eher ohne Kondom einen Mann.

Die Heterosexualität spielt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle. Sie greift mit Rollenvorbildern, Machtgefälle, mit Risikogeilheit und mit Sehnsüchten nach Verlorenheit und „sich fallen lassen“ in unsere Kontakte hinein. Wir lernen das ja auch in unserer Kultur. Die Sexualpartner mit bisexuellen und heterosexuellen Erfahrungen konfrontieren uns auch real damit.

„Das ist doch normal“ würden Viele antworten. Es kann aber belastende gesundheitliche Verläufe nehmen – in der Homosexualität. Das Motto „ich blase – Du fickst“ fasst es bestens zusammen.

Die Selbststeuerung der Kotentleerung ist die erste und wichtigste Eigenleistung eines Menschen. Eine starke Charakterprägung dazu: Hergeben – bis zum sich Aufgeben. Oder umgekehrt: Sich dehnen lassen, um „Grösserem Platz zu machen“, bis Einer sich aufgibt für den Anderen, oder so.

Unbemerkt wird die eigene Persönlichkeit wieder „dekonstruiert“. Oder falls gar nicht vorhanden, keine Selbststeuerung erlernt, was im heutigen Sexualleben Voraussetzung für jegliche wirksame Gesundheits-Prävention ist.

Beim Verlieben spielt sich das ganze in der Psyche sehr ähnlich ab. Der englischsprachige Begriff „to fall in love“ drückt es vollkommen aus. Man fällt und hält sich am Geliebten. Und oft zieht man den Geliebten vor Glück auch noch in die Tiefe! Das ist auch eine Art Sucht und verstärkt das Sexualerlebnis neben den „chems“ – also vom Alkohol bis zu den neuesten Designerdrogen.

Recht(s)gläubige gegen anale Penetration, Belgrad 2010

Ich kann nicht umhin, die alten Väter der Bibel schelmisch anzugrinsen, die den Analverkehr wohl „weislich“ verboten haben. Vielleicht haben sie doch gewusst, welche Untiefen darin für ihre armen heterosexuellen Männer lauerten. Aber ernstlich, diese Untiefen der analen Sexualität müssen öffentlich diskutiert werden.

Wenn die Aidshilfe keine Organisation für „die schwule Revolution“ (PDF) ist und sich auf medizinische Hilfe beschränkt, dann müssen Schwule sich organisieren und sich für diese zusätzliche gesellschaftlich-sexuelle Hilfe zur Prävention engagieren. Ich mag nicht mehr der Zerstörung der Persönlichkeit so vieler Männer zusehen!

Besonders betroffen von diesen Auswirkungen sind Männer mit zerbrochenen Beziehungen, gebrochener sexueller Orientierung oder Identität, Migranten mit gebrochenen Biografien und alle Menschen ohne gefestigte Persönlichkeitsstruktur.

Die aktuelle Subkultur und die „schwulen Einrichtungen“ bieten ebenso wenig Hilfe an, wie die traditionellen Aidshilfen. Es kann höchstens vorkommen, dass das Grundproblem in seine Symptome (Auswirkungen) aufgeteilt und getrennt therapiert wird. Da die angesprochenen Strukturen zwischen den Männern heterosexuell geprägt sind, sind sie oft auch für Heteros nicht erkennbar, da „doch völlig normal“.

Es braucht wieder „Homosexuelle ARBEITSGRUPPEN“

Es braucht Einrichtungen für Schwule in der Suchtprävention

Es braucht Informationen – nicht über die neuesten Drogen – sondern klar über ihre verhängnisvolle Wirkung (Wenn die Leute sie „probiert“ haben, ist es meistens schon zu spät, wie bei einem Alkoholiker)

Es braucht schwule Einrichtungen zur „Partnerschaftsberatung“ – nicht nur Vermittlungsagenturen!

Alles Einrichtungen, die für Heterosexuelle selbstverständlich sind, subventioniert und mit Fachkräften ausgestattet werden!

Peter Thommen, Schwulenaktivist, Basel (61)

Beispiel: Ohne die 22×7 cm von meinem Ex fühl ich mich innerlich so leer. Wer will mich safe füllen? Mein Ex hats mir mit seinem fetten Schwanz jeden Tag richtig besorgt. Wer wills mir besorgen bis ich wieder einen Freund hab? Hab mit ihm auch gut deep-throaten (Gurgelfick) gelernt, aber lieber lass ich mich einfach knallen 😉  26 J

Freud über die analerotischen Triebe

Analität in der Psychoanalyse 

Siehe auch den Kommentar!

nemexia sagt:
12. April 2011 um 23:07  Hä, wenn ich dich richtig verstehe dann behauptest du, dass ein Mann schwul ist wenn er mit einer Frau Analverkehr hat? Sehr absurd…

Jeder Mann hat homosexuelle Bedürfnisse und die lebt er auf verschiedene Art aus. Als Fetisch, oder als Sexualpraktik. Ich denke hier vor allem auch an die vielen “Schwanzmädchen”, die eigentlich Tittenbuben sind, – aber die wegen der Brüste für viele Hetero- und Bisexuelle “akzeptabler” sind, weil das dann nicht “schwuler Sex” für sie ist…
Analverkehr ist so eine Praktik. Aber deswegen muss eben keiner schwul sein. Aber er kann diese “schwule” Lust auch an Frauen geniessen. Schwierig, sich dies einzugestehen. Denn viele Männer denken nicht gross über ihre Sexualbetätigung nach. Hauptsache irgendwas mit Frau. Und wenn es schnell geht, umso besser, das kratzt dann nicht am Selbstbewusstsein als Hetero!

(Hetero-)Sexualität lässt sich eben nicht nur am Schwanz und an der Vagina festmachen. So haben Schwule auch vielfältige Kontakte mit Frauen, und auch verschiedentlich Sex mit ihnen. Aber das wird einfach übersehen. Sie gelten als Schwule. Denn generell werden Männer über das definiert, was sie für alle sichtbar machen und nicht darüber, was sie heimlich treiben!

Also beruhige Dich mit Deinem Analverkehr. Du solltest einfach wissen, dass Frauen keine Prostata haben und somit auch nicht vom Analverkehr gleich stimuliert werden wie die Männer. Aber davon wissen die Männer oft auch nichts. (PT)

 

eine „community“ frisst die Schwulen auf

Mittwoch, Februar 23rd, 2011

Ist Euch auch schon aufgefallen, was sich alles für Leute um das Wort „gay community“ herum tummeln? Oder welche Minderheiten in den Begriff hineingesteckt werden? Schwule Interessengruppen haben sich in den letzten Jahren unmerklich von „Homosexuelle“ auf „LGBT“ erweitert. Das provozierte mich kürzlich zur Bemerkung, dass offenbar die Minderheitengruppen bei den Heterosexuellen am Zunehmen sind!  😉

Dann fällt mir auch regelmässig auf, wie tolerant wir Schwulen gegenüber allen, vor allem natürlich gegen die Heteros sein sollten. Nicht die Mehrheit soll gegenüber Minderheiten tolerant sein, sondern die Minderheiten gegenüber der Mehrheit. Über die Konsequenzen solchen Denkens macht sich aber Keiner tiefere Gedanken. Die meisten glauben wohl, es wird schon richtig sein. Immer schwingt leise auch die unausgesprochene Schlussfolgerung mit: Wenn wir Schwulen erst mal tolerant gegenüber Heteros sind, dann wird uns keiner mehr diskriminieren. Dies ist nicht nur Unkenntnis, sondern lässt auch auf Faulheit und sogar den Unwillen schliessen, genauer auf historische und soziale Zusammenhänge zu blicken.

Dies stützt auch meine „untolerante“ Vermutung, dass der grosse Teil der Männer, die sich in die Homosexualität stürzen und gleichzeitig „Diskretion“ predigen – und den Betriff Toleranz nicht verstehen, weil auch nicht anwenden – einen Bildungsgrad erreicht haben, der sie nicht befähigt, sich mit den Tatsachen des Lebens auseinanderzusetzen (besonders nicht mit HIV). Dieser grosse Teil von Männern bleibt auch in ihrer beruflichen Weiterbildung stehen. Nicht nur was Erfahrungen mit Mitmenschen (sozial) und in der Kommunikation (als Dramaqueens) betrifft. Man könnte sagen: Wenn sie den Hintereingang mal gefunden haben, dann reichts ihnen fürs ganze Leben…

Der Anfang der Schwulenbewegung hat sich um eigene wissenschaftliche Recherchen bemüht und darum, die erlebten Erfahrungen untereinander zu sammeln und zu verwerten, um ihrem bisherigen Leben entrinnen zu können. Heute stürzen sich quasi viele Männer in die Homosexualität, um darin irgendein Glück – vor allem den Spass (was immer das auch heissen mag) – zu suchen. In aller Einfalt halt. Sie versuchen auf die Art, wie sie die Heteros sehen, mit ihren homosexuellen Bedürfnissen zu leben. Vor allem die Diskreten sind immer so untolerant gegenüber den „homosexuellen“ oder gar „anti-heterosexuellen“ Formen von Paaren oder Gruppen. Und die Verstrickung in alle diese alten, komödienhaften, bühnenreifen Alltags- und Schicksals-Probleme der Heteros muss ihnen wohl wie eine Art Heimat vorkommen. Das haben einige Printmedien und Internetmedien begriffen: Lifestyle ist gefragt!

Ich bin jetzt 10 Jahre im Internet und habe Tausende von Profilen auf Plattformen gelesen, oft bestückt mit gefakten Pics aus dem Internet und möglichen Angaben über die körperliche Beschaffenheit der „Bewerber“, um eine„seriöse Beziehung“ oder „einen geilen Fick“ zu bekommen. Mir scheint dass sich eine Erkenntnis in den letzten Jahren bewahrheitet hat, die von den meisten übersehen wird: „dass es bei Cybersex nicht um den Geschlechtsverkehr mit einem (wie auch immer gearteten) Anderen geht, sondern um die Vorstellung des Verkehrs mit DEN Anderen. Die Anziehungskraft dieses Eros besteht nicht darin, dass ich es mit allen machen kann, sondern mit allen auf einmal. Wenn heute vom ‚Untergang des Körpers’ im Cyberspace die Rede ist, so wird dabei vergessen, dass der Begriff des ‚Körpers’ selbst eine neue Bedeutung angenommen hat: Er bezieht sich immer weniger auf den einzelnen, ach so fragilen und ach so langweiligen menschlichen Körper und immer mehr auf einen grossen Körper, durch dessen Adern die Lust an sich strömt und der die vielen kleinen Körper zu einer Einheit verschmelzen lässt.“ (Christina von Braun: Versuch über den Schwindel, S. 277/78)

Hieraus wird auch verständlich, dass sich viele in Chats mit „Rollenspielen“ begnügen, oder mit Fantasieschilderungen bedient werden wollen, die alle dann plötzlich abbrechen, wenn einer der Beteiligten seinen Orgasmus erreicht hat, oder er sich in dem Geschilderten/den “Fantasien“ nicht mehr wieder findet.

 

Ich hatte grad kürzlich eine nette Bekanntschaft aus der der Ostschweiz gemacht. Ein stimmungsvolles Bild eines sehnsüchtigen Jungen im Profil und die Suchangabe nach einem „Daddy“. Nach ein paar Messages schlug der junge Mann mir ein Telefondate vor. Obwohl ich völlig ungeeignet für solche Spiele bin, trieb mich die Neugierde in diesen Live-Versuch. In der Stimme erkannte ich eine ganz gewöhnliche junge „Tunte“ (vor allem an dem etwas „spitzen“ Tonfall), die mich um meine Fantasien mit ihm bat. Mich machte schon diese einseitige Dienstleistung stutzig, die da gefordert wurde. Und wirklich: Nach ein paar Sätzen brach er das Spiel ab mit der Bemerkung: „Weisst Du, es macht mich einfach gar nicht geil“. Ich war nicht sonderlich überrascht darüber und sagte einfach: „Ok und tschüss!“ und legte auf. Es handelte sich übrigens um einen Deutschen, der wohl beruflich ins Ausland verzogen ist und jetzt etwas allein mit seinem Schwanz herumhocken musste.  😉

Doch wie manches Girl/Frau ächzt, stöhnt und heult, wenn sie für einen Mann die Beine breit macht, nur um ihm die Freude zu lassen, es „supergut“ gemacht zu haben und ihm die Motivation zu geben, sich hinterher bei anderen Männern brüsten zu können?

Der Einbruch der Heterosexualität in die Gefilde der Schwulen findet permanent und auf sehr vielfältige Weise statt. Gut dokumentiert wird das auf sogenannten „gay Plattformen“. Ihre Selbstbeschreibung hat sich vom Begriff schwul für gay auf den ursprünglichen Begriff gay für fröhlich reduziert. Ich will jetzt mal Abstand nehmen von allen Fetischen, die herumgeistern. Darüber gäbe es Bücher zu schreiben. Aber auch allein schon bei den Männern werden die Geschlechterformen und –Identitäten immer vielfältiger:

Die Travestie ist eigentlich ganz gut und mit Tradition in die schwule Community integriert. Dieses Spiel diente seit jeher der Unterhaltung auch der Heteros und dem Beweis, dass Männer sehr gut die Frauen „ersetzen“ können – ja „die schöneren Frauen“ sein können. Sexuell aufreizend sind Transvestiten höchstens für Heteros. Im Allgemeinen aber sind öffentlich auftretende Transvestiten schwul (mit einigen heterosexuellen Ausnahmen!) und wollen das auch sein und bleiben. Sie sind auch meistens noch „nach der Vorstellung“ in der gay community unterwegs.

Die Bisexuellen – könnte man denken – hätten doch am meisten gemeinsam mit Schwulen! Doch das ist nicht der Fall. Das einzig Gemeinsame besteht im Bedürfnis nach Sex mit einem Mann. Alles andere möchten sie „nicht ändern“ – „Bin ungeoutet und das soll auch so bleiben. Akzeptiert dies oder lasst mich in Ruhe.“  39 (verh.) – „bin bi ungeoutet will es auch bleiben, bin hier um nette ehrliche Menschen kennenzulernen.“ …

Nicht alle sind so, aber es ist die ganz grosse Mehrheit, die es weder mit ihren Freundinnen, noch mit ihren Frauen oder Familien verderben wollen. Bi-Mann will zwar vom Honig schlecken, aber sich den Mund nicht klebrig machen! Wenn sich Gruppen bilden, dann vornehmlich unter dem Dach der Schwulen. An öffentliche Demos ist gar nicht zu denken! Sie teilen letztlich nur Augenblicke der Lust mit Schwulen…

Bei den Transsexuellen laufen die Interessen zu den Schwulen schon wesentlich mehr auseinander! Ich kann auf einige wenige persönliche Bekanntschaften mit Transsexuellen zurückblicken. Es mag eine Handvoll sein. Sie frequentierten zwar die gay community und wurden auch toleriert, aber sie verschwanden dann meistens mit einem heterosexuellen Ehemann. Doch wie das weiterging oder endete, erfuhren wir höchstens aus dem Szenentratsch, oder gar nicht. In der virtuellen gay community sind sie aber zu einem festen Teil geworden. Aber nur als Gruppe, nicht als „länger anwesende“ Profile, wie die Schwulen.

Immer mehr fallen die „internationalen Transen“ auf, die sich für bestimmte Zeiten in bestimmten Städten „anmelden“, wohl um dort „solvente Kundschaft“ anzulocken und nicht wirklich schwule Partner für ein Date, oder auf der angeblichen Suche nach „dem Richtigen“.

Auch diese „solvente Kundschaft“ bevölkert immer mehr die virtuelle gay community. Als Heteros, als Profile ohne Angabe der sexuellen Ausrichtung, oder als Bisexuelle. Offenbar hat das auf heterosexuellen Plattformen keinen Platz?! Da sind wir Gays doch viiil toleranter!

Es ist übrigens interessant, dass viele Heteros und Bisexuelle gerade über diese „Transen-Schiene“ in die Homosexualität eintreten. Was die Junghomos „stramm hetero-like“ abweisen: Weiblichkeit, Weichheit, Passivität bei Männern. Das greifen diese Abweichler von der Mehrheit auf, um einen Hybrid-Einstieg zu wagen. Dazu ein kleines Detail. Shemales werden oft und stramm-hetero-like als „Schwanzmädchen bezeichnet“. Bei Lichte besehen sind es aber „Tittenbuben“! (Ihr wisst schon was ich meine!)  😉

So kann man heute immer mal wieder über Headlines stolpern wie: „Sorry Gays, aber ich suche keine Männer!“ – „Ich möchte nur von DWTs, Transen und TVs Messages erhalten!“

Die neueste Gruppe der heterosexuellen Minderheiten sind die Transmen, oder auch mal Transfrauen. Sie treten bescheidener auf als die Transen. Die Angabe körperlicher Details wird eher vernachlässigt. Auch sie suchen sich Partner bei den Schwulen. Warum vergessen diese Leute aber immer ihre Lebenserfahrung aus dem „vergangenen“ Geschlecht, die ja nicht einfach wie auf einer Festplatte gelöscht werden kann? Also die Biografie einer Frau, die sich in einen Mann hat verwandeln lassen und mit einem Mann weiterleben will…

Was „vereint“ denn die gleichgeschlechtlichen Lebensweisen? Die gemeinsame Sozialisation und Lebenserfahrung als Männer oder als Frauen.

Was „vereint“ die homosexuell orientierten Menschen? Die gemeinsam erlebte grössere oder geringere soziale Diskriminierung noch obendrauf. Oder das emanzipierte Bewusstsein „anders – aber gleichwertig“ zu sein. Heteros eint: Gleich wie die Anderen, aber je anderswertig zu sein. Was sich nach wie vor an der Situation der Frauen – und auch der Schwulen – sehr gut ablesen lässt.

Wir können doch die geschlechtsspezifischen Erfahrungen und Lebenslinien nicht über den Haufen werden und öfter mal „neu anfangen“ im Leben! Nur Heteros, die mehrmals heiraten, glauben auch an sowas. Eben.

So finden wir Schwulen uns aus der historischen Bewegung über irgendeine gesellschaftliche Toleranz hinweg in einer Community wieder, die Schwule längst zu einer Minderheit unter den Minderheiten rücktransformiert hat. Die Gesellschaft hat uns mit dem Partnerschaftsgesetz Honig ans Maul gestrichen, aber gleichzeitig weitere Minderheiten absorbiert (sh. oben!).

Wenn man/frau/gender mir jetzt Intoleranz vorwirft, dann muss ich zurück fragen, warum denn alle diese vielfältigen Gender und Geschlechter doch meistens darauf aus sind, letztlich eine „hetero Zweierbeziehung“ zu finden, während ich als einfältiger Schwuler darauf aus bin, mich gerade nicht in eine solche einschliessen zu lassen!?

Dient vielleicht diese ganze Vielfalt von Geschlechtswesen nur dazu, letztlich die eheliche Zweierbeziehung unangetastet zu lassen und damit auch die gesamte Herr/Frauschaftsstruktur dieser Gesellschaft zu bewahren? Für Sonderformen gibt es eben Sondergesetze.

Das entspräche auch der Logik der „Toleranz von unten“, die eben die Machtverhältnisse nicht ändert und schliesslich resigniert – spätestens an dem Punkt, wo die Körperformen, die virtuellen Formen und die Gesetzesformen einmal erschöpft sein werden…  Guten Abend!

Peter Thommen (61) und „stramm-homo-liker Schwuler“  😉

Aktuelles Beispiel: „Eine Frau mit Herz (24, und XXL-Schwanz!) sucht Mann mit Herz für eine treue ehrliche Beziehung.“

siehe auch meinen Text über „Ehrlichkeit und Treue“!

und über mein Verhältnis zu „den Heteros“!  😉