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Keine Homosexuelle Liste bei den Grossrats-Wah-len in Basel 2012

Samstag, Oktober 6th, 2012

Die Zeiten haben sich geändert und die hetero Gesellschaft ist 2012 mit „wichtigeren“ Problemen beschäftigt, als mit unseren Anliegen.

Von draussen auf der Strasse ist der Homo wieder hinein ins traute Heim – an den Computer und die Kontaktportale – zurückgekehrt. Jeder ist wieder selber seines Glückes Schmied. Es gibt die guten und glücklichen Homosexuellen, die brav heiraten und ihre Eheprobleme auf die genau gleiche Art lösen wie die Heterosexuellen, und es gibt die schlechten und unglücklichen Schwulen, die „herumirren“ im öffentlichen Raum, oder in Saunen und Bars „herumsauen“. Oder wie die Psychoanalytikerin Jyoce McDougall 1978 schrieb: „Die fröhliche ‚Tunten’-Welt der Homosexuellen wird in zahlreichen Bars vorgeführt, doch ihre Farbenpracht und „gaiety“ verbergen nur notdürftig ihre depressiven und häufig quälenden Aspekte.“ (1) Sie bezeichnet das auch als „Ruinen einer zusammengebrochenen Illusion“. (Natürlich wäre das auch in den heterosexuellen „Milieus“ ausserhalb der Familien auszumachen!)

Doch während die Heterosexuellen für jedes ihrer Probleme eine spezielle Beratungsstelle haben, vom Kind, über die Eheberatung, die Kita, Tagesschule, Scheidungsanwalt, Alimentenbevorschussung – um nur die bekanntesten zu nennen, gibt es trotz staatlich „Eingetragener Partnerschaft“ (was viele Homos mit „verheiratet“ bezeichnen) noch keine staatliche Beratungsstelle in unserem Kanton für die Probleme in der Folge davon. Und das Adoptionsrecht ist ja eine Sache auf nationaler Ebene…

Die Jugendgruppe („anyway“) hat zwar im Jugendtreff der BFA, Neubadstrasse „Unterschlupf“ gefunden, aber weder im Jahresbericht, noch auf der homepage dieser Institution findet sich ein unterstützender Hinweis darauf. Man ist halt nur eingemietet…

Homosexuelle Liste Basel (1988-2008) Flyer 1988 (PDF)

Im Jahr 1987 forderte der offen homosexuelle Grossrat Erwin Ott (POB) von der Regierung eine staatliche Einrichtung für die Beratung von Homosexuellen – insbesondere von Jugendlichen. Die Antwort der Regierung, unter Federführung von Peter Facklam (LDP, 1980-1992) war „eine Katastrophe“. Insbesondere das Interview am Radio DRS ! (PDF)

In der Folge politisierte dies eine Anzahl Schwule und Lesben. Es wurde beschlossen, für die anstehenden Parlamentswahlen eine eigene Liste aufzustellen! Begossen wurde es im ARCADOS-Buchladen – damals an der Rheingasse 69 – mit einem Schluck Weisswein.

Doch nicht alle Betroffenen und „nicht Betroffenen“ hatten daran eine Freude! Eine erste Reaktion kam aus der linken Ecke von Antoine Schaub (PDF) René Reinhard (PDF) argumentierte am Beispiel der „Frauenliste“ für die HLB. (1991)

Aus dem Abendblatt 66/1987: „Es gibt einige Bürger, welche über die ‚Homosexelle Liste Basel’ lächeln. (Die schaffen’s doch nie!) Es gibt Polit-Schwule, die sich über die HLB ärgern. (Die nehmen uns Stimmen weg!) Es gibt auch ‚brave und anständige’ Homosexuelle, welche den Kopf schütteln. (Die spinnen doch alle!) (Abend Blatt 67’88 (PDF)

Es gibt viele Männer, die ‚tun es privat zuhause’ oder ‚zu gewissen Zeiten’ und ‚an gewissen Orten’. Sie tun das, was – wie sie glauben – ‚erlaubt’ sei, was ‚niemanden was angeht’.

Viele der älteren Homosexuellen, und auch wir von der 70er Generation, wir haben lange gewartet, bis ‚es in der Gesellschaft soweit’ war, bis wir den Leuten ‚unsere Homosexualität zumuten konnten.“

„Partikularismus wird der Homosexuellen Liste vorgeworfen! Aber die ‚gewerbefreundliche’, die ‚familienfreundliche’, oder die ‚Sport fördernde’ und die ‚weniger Staat und mehr Freiheit’ verkündete Politik der Etablierten wird kritiklos akzeptiert…

Den Frauen wird mehr ‚Gefühl in der Politik’, soziales Verständnis und Naturverbundenheit attestiert. Alles Gründe, sie in die Machtzentren der Gesellschaft zu hieven.

Schwule wissen, was Diskriminierung heisst. Sie kennen ein ‚Mehrheitsbewusstsein’, Normalität/Abnormalität. Schwule kommen aus der ‚Normalität’ und werden mit fortschreitendem Bewusstsein abgedrängt. Sie bauen mehr oder weniger an Strategien zur Selbsterhaltung. (siehe oben McDougall!) Sie entziehen sich, oder stellen sich der Heterosexualisierung. Sie lernen, Schizophrenien zu ertragen, lassen sich zweiteilen oder schlüpfen in den Januskopf.

Und da kommen irgendwelche gescheiten Leute und behaupten, wir seien nicht stark genug, politisch unwissend und unbedarft! Genau: niemand hat Interesse, dass wir unsere Erfahrungen verarbeiten und gezielt einsetzen lernen! Wir würden die Spiele der Normalen und Mächtigen zu sehr durchkreuzen. …In diesem System laufen emanzipierte Schwule quer. Sie können allenfalls als ‚Kuriosität’ noch von Interesse sein.

Schwule liefern unserer Kultur eine Vielfalt an Formen und Gestaltungen, die die ‚Normalen’ zu faszinieren vermag, weil sie damit auf ihre eigene Vielfältigkeit angesprochen werden. Gleichzeitig ist der Normdruck der Herrschenden so gross, dass in ihnen das ‚Chaos’ der Individualität/Abnormalität nicht selber ausbrechen kann.“ (Abendblatt Nr. 68, vom 30.1.1988)

Am 17. September 2012 habe ich auf arcados.com festzuhalten versucht, wie auch Frauen die Bedürfnisse von Schwulen einfach ignorieren, wie das fast alle Mütter – ja und auch Grossmütter tun. Das Versteckspielen und das „Unehrlichsein“ fängt bei den leiblichen Eltern an und wird unter der Übermacht der Familie von den Kindern übernommen. Hingegen müssen dann die Freunde und Liebhaber die „Ehrlichen“ spielen, wie wenn wir das einfach so „umdrehen“ könnten, besonders dann, wenn endlich „der Richtige“ mit der grossen Liebe kommt.

Ihr habt es gesehen – und werdet es noch sehen: Seit Erwin Ott hat kein offen schwuler Grossrat mehr schwule Interessen politisch vertreten!

Peter Thommen_62, Schwulenaktivist, Basel

Thommen: Zur Geschichte der HLB 1988

Rückblick auf die HLB im Nationalrats-Wahlkampf 1991

HLB 2008, zum letzten, Caspar Reimer in .ch 16.6.08

1) McDougall, Joyce: Plädoyer für eine gewisse Anormalität, stw 844, 1989 (Paris 1978)

 

wie lieben ältere Schwule?

Dienstag, März 15th, 2011

(Erstmals veröffentlicht auf Thommens Senf, am 19.Aug. 2007)

Bei der Pädophilie ist es die heterosexuelle Gesellschaft ausserhalb der gay community, die die älteren Täter abstraft. Bei der Gerontophilie*  sind es die jungen „Täter“ von innerhalb der community, die die älteren mit Ignoranz und Diskriminierung abstrafen. Es gibt auch „politisch korrekte Gutschwule“ und es gibt Zusammenhänge zwischen der Kindheit und Jugend eines Schwulen, der Pädophilie und der Gerontophilie. Und darüber nachzudenken, lasse ich mir nicht verbieten.

Peter Thommen

Wir leben in einer Gesellschaft, die noch immer historisch verklärte Vorstellungen von Partnerschaften hat. Wichtigste Erkenntnis von heute wäre: Die uns propagierten Modelle sind religiös motiviert und ideologisiert. Ideologisiert bedeutet, dass es historische „Momente“ gab, in denen diese Formen sich als ideal erwiesen. Leider hat die Idealisierung es verhindert, diese Formen der Entwicklung anzupassen. Darunter leiden wir heute in der Mehrheit. Historische Formen können immer nur von zahlenmässigen Minderheiten fortgeführt werden, indem sie sozial, ökonomisch oder ideologisch privilegiert bleiben. In diesem Zusammenhang muss auch die Einführung von „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ gesehen werden!

In unserer Massengesellschaft sollten wir darauf verzichten, der Gesamtheit Lösungen vorzugaukeln oder zu propagieren, die sich erfahrungs- und der Statistik gemäss nur für eine Minderheit als praktikabel erweisen. Wir können nicht die Mehrheit der „Ungläubigen“ ihrem „Schicksal“ überlassen und auf unsere konventionelle Privilegierung stolz sein. Überlassen wir doch den Heterosexuellen ihre Schwärmereien für Königshäuser und Liebespaare!

Ich neide es keinem Schwulen, wenn er langjährige Partnerschaften pflegt und sexuelle Treue praktiziert. Nur wird ein solcher uns seine Seitensprünge oder Gewissensbisse, Entbehrungen, Liebesentzüge oder seine Abhängigkeiten vom Partner nicht auf die Nase binden! Dafür haben schon die Religiösen ihre Beichtväter und die monogamen Heterosexuellen ihre Prostituierten installiert!

In diesem Zusammenhang kritisiere ich auch die Pädophilen für ihre monogamen und idealisierten Schwärmereien für einzelne Knaben, die dann

„im selber fortschreitenden Alter“ ihre „ dauerhaft jungen Lieblinge“ sein sollen…

Überhaupt fällt mir auf, dass zwar in Gesellschaft und Politik demokratische Strukturen üblich sind, in den mitmenschlichen Beziehungen aber immer noch Abhängigkeiten gesucht und praktiziert werden. Abhängigkeiten, die sich klar und logisch aus Treueversprechen ergeben. Nicht nur wenn die Politiker dem amerikanischen Präsidenten Gefolgschaft gegen irgendeinen Terror versprechen! Oder junge Muslime ihren Führern Gehorsam bis in den Tod!

Dass die Pädophilie auch mit der eigenen Biographie zusammenhängt, sehen wir im „Jugendkult“ der Schwulen! Zurzeit lese ich sehr viele Kontaktinserate im Internet. Auffällig daran ist, dass Partner gesucht werden, die vor allem solche Persönlichkeiten darstellen sollen, wie Schwule selbst eine sein möchten und nicht können. Ausserdem können ideale und tolle Boys ja auch nicht ewig solche bleiben. Wir selbst könnten es auch nicht, wenn wir es denn wären! Wir müssten spätestens nach 10-20 Jahren mit der fortschreitenden Alterung unseres Körpers davon Abschied nehmen. Auch eine langjährige „gleichgeschlechtliche Partnerschaft“ konserviert uns nicht als Prinzenpaar wie im Märchen.

Damit will ich sagen, dass sich nach längerer Zeit alle Personengruppen „auseinanderleben“, wenn sie sich natürlich entwickeln. Die Familie, oder ein pädophiles Verhältnis natürlich schneller, aber auch schwule Paare stehen schon nach zwei bis drei Jahren anders in der Welt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Reifeprozess eines Partners, der vielleicht erst durch die Beziehung überhaupt angefangen hat…

Das ist die Realität für die Mehrheit! Das nur traditionsbewusste oder zwangsweise Zusammenleben ist genauso schädlich wie bei den Heterosexuellen, die angeblich meist „nur warten bis die Kinder gross sind“. Auch Heterosexuelle suchen mal nach einem Jahrzehnt Ehe nach neuen Zielen und PartnerINNEn.

Ich will an dieser Stelle nur auf die Problematik langjähriger lesbischer Verhältnisse hinweisen, aber nicht näher darauf eingehen, weil diese Diskussion von Lesben selbst und geschlechtsspezifisch geführt werden muss!

Die heute „ganz alten“ Schwulen haben noch die Realität der „zwangsheterosexuellen“ Partnerschaften erlebt, oder wurden in die Rolle des „notorischen Junggesellen“ gedrängt. Sie erfuhren homosexuelle Realität nur zufallsweise oder über private oder gar geheime Zirkel.

Meine Generation der Schwulen sah erstmals über heterosexuelle Ehen hinweg und erfuhr das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der bedürfnisgerecht gestalteten gayszene. Auch wenn viele von uns in Zweierbeziehungen abgewandert sind, überwog das Gefühl der Bettverwandtschaft mit vielen anderen gays. Zurzeit kommen eine ganze Anzahl „verlassener“ oder verwittweter Schwulen aus ihren „freiwilligen“ Ehen heraus. Nichts ist mehr wie früher. Was mich aber ärgert und wütend macht, ist die Naivität derselben! Sie scheinen inzwischen im Kopf nicht wesentlich älter geworden zu sein, denn sonst würden sie sich auf ihrer Partnersuche nicht wieder wie „Endzwanziger“ gebärden.

Noch immer – oder: wieder! – suchen sie bevorzugt solche Partner, die sie selbst gerne sein – oder gewesen sein –  möchten! Das ist für mich ein Anzeichen dafür, dass nur wenige Schwule es schafften, eine eigene Persönlichkeit heranzubilden. Das ist wohl der gewichtigste Vorwurf an die neue Schwulenbewegung. Nicht alle sind dazu fähig. Aber mir ist die Anzahl viel zu wenig! Es könnten deutlich mehr sein! Vor allem unter denjenigen, die das „Glück“ hatten, nicht in eine „Schwulenehe“ abzutauchen!

Viele davon werfen sich selber und vor allem „den anderen“ einfach Unfähigkeit vor und moralisieren herum. Sie vergiften mit ihrer Misslaunigkeit die Szene und beklagen sich dann noch über sie.

Wenn mir ein über 60jähriger vorhält, dass er es „noch nicht nötig“ habe, für Sex zu bezahlen, dann mag er vielleicht darauf stolz sein. Ich antworte ihm aber: Er solle hier nicht herumnörgeln, dass „nichts laufe“ oder sich gar betrinken. Gescheiter würde er das Geld in einen Callboy oder Sexworker investieren statt in Alkohol. Dann müssen wir nämlich „im Milieu“ nicht seine Übellaunigkeit ertragen. Wenn er nämlich für seine sexuellen Bedürfnisse genauso ernsthaft schaut, wie für seine Fitness und seine Kultur – dafür bezahlt er ja auch! – dann ist er der Realität schon etwas näher.

Und damit komme ich auch der „altersgemässen“ Bewältigung der „späteren Lebenshälfte“ näher. Warum wollen Schwule bis ins hohe Alter hinein diese eheähnlichen Beziehungen und symbiotischen Partnerschaften? Was hindert sie daran, ihr Leben neu zu organisieren und ihre Bedürfnisse da anzubringen, wo sie auch befriedigt werden können? Niemand heiratet seinen Arbeitgeber. Niemand verlangt im Fitness-Center, dass ein Fick im Preis inbegriffen ist. Warum soll ein Sexualpartner einem geil finden, wenn man sich selbst nicht geil findet? Niemand verlangt vom Reisebüro, dass auch gleich eine Hochzeit organisiert wird!

Nur die Nabelschnur oder der Baby-Schoppen liefert immer alle Nahrung und Vitamine in einem. Nur die Mutter-Kind-Beziehung ist angeblich die ideale „Partnerschaft“ im Leben eines Menschen? Hier ist wohl der „Mutterkomplex“ der Schwulen einmal nicht falsch angebracht!

Ich weiss, die moralische, ideologische und heterosexualisierte Verblendung der Schwulen ist gross! Und diejenigen, die darin ihr wirkliches oder angebliches Glück für kürzere oder längere Zeit finden, sollen dies auch abkriegen. Was aber nachher? Nach der Desillusionierung? Da ich Erfahrung mit verschiedensten Charakteren habe (zB Sternzeichen), weiss ich auch, dass nicht alle nach dem gleichen Modus leben können. Aber warum zum Teufel gefallen sich Schwule noch immer darin, an ihrem Schicksal zu leiden, statt es in die eigenen Hände zu nehmen? Das haben wir doch wohl gemacht, als die neue Schwulenbewegung aufgebrochen ist?

Zurzeit habe ich folgenden Spruch drauf: „Viele Schwulen glauben – wenn sie den Hintereingang mal gefunden haben – dass sei es dann gewesen fürs ganze Leben.“

Es ist mir aufgefallen, dass Schwule von dem lesen, und noch „vor allerem“ das sehen möchten, was sie niemals kriegen werden: All die schönen Männer, die sie niemals sein konnten und können! Und dazu braucht es nun wirklich keinen Freund und keine Heirat!

Lesen über Erfahrungen anderer. Weiterbildung im Privatleben? Fehlanzeige!

Da ist die übertriebene Musical- und OperETTEN-Kultur? der Schwulen geradezu grotesk! Und eine Tunte, die ihr Leben inszeniert, das will anscheinend ja kein Schwuler sein!

Was sind die Konsequenzen für die älteren Schwulen? Es ist schmerzhaft, alte unerfüllte Träume aufzugeben, sich mit der Realität des Alterns anzufreunden. Aber man könnte immer neue Kontakte und Freunde in allen Altersgruppen finden, wenn man nicht immer DEN Freund, DEN Partner fürs Leben suchen würde. Ich habe die letzten Jahre von 30-50 sehr bewusst „mitdenken“ und mitansehen können.

Ich habe aus den „alten Zeiten“ lose Kontakte und Bekanntschaften. Ich habe EXs, die ich noch immer liebe, aber mit denen ich nicht immer noch „zusammenleben“ möchte. Ich lerne neue alte und junge Schwule kennen. Und ich erfahre ihre Liebe und lebe die meinige zu ihnen.

Aber ich habe das alte „Liebes-und Sexual“-modell aufgegeben, zugunsten einer realitätsgerechteren und pragmatischen Beziehungsführung und Sexualkultur. Statt himmelhochjauchzend und zutodebetrübt wie zu Zeiten von Romeo und Julius, lebe ich ruhiger, aber empfindsamer. Ich suche bewusst nach Menschen, mit denen ich Sex haben kann. Ich finde immer wieder Menschen, mit denen Liebe möglich ist. Wieso von einem Callboy Liebe erwarten und von einem lieben Menschen Sex fordern? Gibt es dafür ein Gesetz oder ungeschriebenes Recht? Sogar in einer langjährigen Partnerschaft hat ein solches Modell auch noch Platz.

Ich muss vor allem nicht mehr ein junger, geiler, gutaussehender und andern schmeichelnder Boy sein. Ich muss auch keinen solchen zum Freund oder als Ehepartner haben. Ich muss gar nichts mehr. Ich muss für meine Bedürfnisse schauen und diese da anbringen, wo sie allenfalls befriedigt werden. Aber ich kann mich mit jungen geilen Boys anfreunden, ich falle anderen nicht durch Übellaunigkeit zur Last und ich muss mich auch nicht betrinken. Ich gehe in den Park. In der Sauna bezahle ich für die Dienstleistung genauso wie in der Bar. Und ich finde Menschen, die mit mir Sex machen ohne Geld, aber auch solche, die für die Dienstleistung bezahlt werden wollen. Und vor allem: Ich mute mich nicht mehr jedem zu, denn ich bin eine ganz einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit geworden und dafür werde ich auch schon mal gehasst! Ich freue mich an dem, was ich an Liebe bekomme und ärgere mich nicht über diejenigen, die weder mit mir ficken, noch mich lieben wollen!

Peter Thommen, (Schwulenaktivist)

* Liebe zu älteren Menschen