Verbreitete Analsucht unter Männern

Diesen Text widme ich Larry Kramer

Von Peter Thommen

Ich versuche dauernd, anderen Menschen zu erklären, warum in der Bibel der Analverkehr zwischen Männern verboten ist. Du weisst es nicht? Weil die Penetration den Mann unwiederbringlich symbolisch zur Frau macht. Und weil der Analbereich mit seinem Bezug auf die Prostata ein geiler Lustspender sein kann.

In den vielen Jahren, die ich im Internet und auf Kontaktplattformen für Homosexualität verbringe, ist mir schon länger aufgefallen, dass Analverkehr in seinen vielfältigen Formen zur zentralen Sexualbetätigung zwischen Männern geworden ist. In früheren Zeiten haben sich viele Homosexuelle davon distanziert, wie sie es heute sehr beflissen auch mit der „Pädophilie“ tun. Ich habe schon damals gelernt, dass es „fast alle“ tun…

Das hat verschiedene Gründe, die noch von Bisexuellen und von Klemmschwestern beeinflusst werden. Zum einen erfahren Bisexuelle diejenige Lust, die sie von ihren Freundinnen und Frauen nicht erhalten können. Zum anderen glauben Viele auch, mit dem Analverkehr „endlich ihre Unschuld“ verlieren zu können… Für Homosexuelle mag der Analbereich die intimste, vertrauteste und „vereinigendste“ Praktik sein. Abgeguckt bei den Heteros. Für Heterosexuelle ist der Analverkehr die konsequente Fortsetzung ihrer Heterosexualität mit Männern. (Oder ihr Anteil an Homosexualität, praktiziert an Frauen)

nachdenken darüber, was mann tut…

HIV und AIDS haben seit Jahrzehnten den Fokus auf den Analverkehr gerichtet. Das ist der intimste und privateste Infektionsweg für diesen Virus, der heute mit teuren Medikamenten in Schach gehalten werden kann. Ja, es wird – nach den EKAF-Richtlinien zur Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze – versucht, diesen Intimweg für HIV-infizierte wieder „zu öffnen“. Das mag für fortpflanzungsbegeisterte Heteros „die Rettung“ sein. Aber die weiteren Infektionen wie Haut- und Geschlechtskrankheiten bleiben damit unverhütet!

Und damit stosse ich zu einem weiteren Mythos vor, der in den meisten Köpfen wuchert: Das Sperma ist Repräsentant seines Produzenten, ja es ist selbst ein Teil seines Körpers, das „ausgetauscht“ wird, so dass die geschlechtliche Vereinigung „fast wie bei den Heteros“ erfolgen kann. Männer können sich gegenseitig „befruchten“. Und wenn mann den Mann nicht haben kann, dann wenigstens sein Sperma. An das glauben sehr viele „Analhuren“ und „Spermastuten“ im Internet – auf Kosten ihrer Gesundheit.

Analverkehr kann sehr geil sein, weil es die Orgasmusgefühle um diese Körperregion erweitert und vielleicht auch etwas verlängert. Es gibt Naturtalente dafür. Aber die meisten müssen diese Gefühle und den „anderen“ Umgang mit ihrem Anus erst – manchmal mühsam – erlernen – meistens mit mangelhaften Informationen. Aber so zentral diese Praktik für die Gesundheit und den Sex auch ist, der Umgang damit ist im Allgemeinen sehr unverantwortlich. Er kann süchtig machen wie Alkohol und andere Drogen. Meistens ist Analsucht verbunden mit Drogensucht und eine Sucht ergänzt die andere, aber ohne dass dies auch objektiv wahrgenommen wird. Das erklärt, warum sie sich unter Männern so ausbreiten kann.

Zur Analsucht gehören nicht nur die Vorstellungen und Fantasien verschiedenster Art. Es gibt auch eine körperliche Abhängigkeit. Einen Schwanz im Körper zu spüren, ihn aufzunehmen und sich von ihm „elektrisieren“ zu lassen. Seinen Anus dehnen zu lassen, um ihn „richtig“ zu spüren. Sich selber irgendwann nicht mehr zu spüren, sondern diesen Kerl, Mann, dieses Bild und den Gott…

Die Sucht, sich selber aufzugeben und nicht mehr zu spüren, sondern den Anderen, Männlichen, Dominanten, findet seine Parallele auch im Alkohol. Süchte verlangen nach immer mehr: Grösseren Schwänzen, mehr und öfter davon. Irgendwann einen Riesendildo wann immer mann das Bedürfnis danach hat. Später vielleicht eine Faust, oder grad zwei. Dass dabei Latex-Handschuhe verwendet werden sollten wie beim Arzt, ist den wenigsten bewusst. Natürlich stört bei diesem Gefühl auch schon ein Kondom. Niemand würde sich solches in den Mund schieben, was viele sich alles in den Arsch schieben. Aber beide Öffnungen sind etwa gleich beschaffen: Mit empfindlichen Schleimhäuten. Das gibt kleinste Verletzungen, die – nach neuesten Erkenntnissen – gefährliche Eingangspforten sind für Hepatitis C.

Der Orgasmus lässt uns selbst intensiv spüren. Aber wie einen Gummizug verlängern lässt er sich nicht. Dafür muss dann das Gefühl im Anus und im Darm an dessen Stelle treten. Bis zur Selbstaufgabe. Und irgendwann möchte mann das Gefühl von einem selbst wieder verlieren…

Es gibt auch Männer, die können sich selbst nicht spüren und greifen daher zu drastischen Mitteln, oder sie versuchen sich „wegzuspüren“ mit Drogen und Sex. Dabei spielt das Gefühl der Selbstverantwortung und der Verantwortung für Andere eine grosse Rolle – wird aber meistens „übersehen“. Keiner würde in Turnschuhen das Matterhorn besteigen, eher ohne Kondom einen Mann.

Die Heterosexualität spielt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle. Sie greift mit Rollenvorbildern, Machtgefälle, mit Risikogeilheit und mit Sehnsüchten nach Verlorenheit und „sich fallen lassen“ in unsere Kontakte hinein. Wir lernen das ja auch in unserer Kultur. Die Sexualpartner mit bisexuellen und heterosexuellen Erfahrungen konfrontieren uns auch real damit.

„Das ist doch normal“ würden Viele antworten. Es kann aber belastende gesundheitliche Verläufe nehmen – in der Homosexualität. Das Motto „ich blase – Du fickst“ fasst es bestens zusammen.

Die Selbststeuerung der Kotentleerung ist die erste und wichtigste Eigenleistung eines Menschen. Eine starke Charakterprägung dazu: Hergeben – bis zum sich Aufgeben. Oder umgekehrt: Sich dehnen lassen, um „Grösserem Platz zu machen“, bis Einer sich aufgibt für den Anderen, oder so.

Unbemerkt wird die eigene Persönlichkeit wieder „dekonstruiert“. Oder falls gar nicht vorhanden, keine Selbststeuerung erlernt, was im heutigen Sexualleben Voraussetzung für jegliche wirksame Gesundheits-Prävention ist.

Beim Verlieben spielt sich das ganze in der Psyche sehr ähnlich ab. Der englischsprachige Begriff „to fall in love“ drückt es vollkommen aus. Man fällt und hält sich am Geliebten. Und oft zieht man den Geliebten vor Glück auch noch in die Tiefe! Das ist auch eine Art Sucht und verstärkt das Sexualerlebnis neben den „chems“ – also vom Alkohol bis zu den neuesten Designerdrogen.

Recht(s)gläubige gegen anale Penetration, Belgrad 2010

Ich kann nicht umhin, die alten Väter der Bibel schelmisch anzugrinsen, die den Analverkehr wohl „weislich“ verboten haben. Vielleicht haben sie doch gewusst, welche Untiefen darin für ihre armen heterosexuellen Männer lauerten. Aber ernstlich, diese Untiefen der analen Sexualität müssen öffentlich diskutiert werden.

Wenn die Aidshilfe keine Organisation für „die schwule Revolution“ (PDF) ist und sich auf medizinische Hilfe beschränkt, dann müssen Schwule sich organisieren und sich für diese zusätzliche gesellschaftlich-sexuelle Hilfe zur Prävention engagieren. Ich mag nicht mehr der Zerstörung der Persönlichkeit so vieler Männer zusehen!

Besonders betroffen von diesen Auswirkungen sind Männer mit zerbrochenen Beziehungen, gebrochener sexueller Orientierung oder Identität, Migranten mit gebrochenen Biografien und alle Menschen ohne gefestigte Persönlichkeitsstruktur.

Die aktuelle Subkultur und die „schwulen Einrichtungen“ bieten ebenso wenig Hilfe an, wie die traditionellen Aidshilfen. Es kann höchstens vorkommen, dass das Grundproblem in seine Symptome (Auswirkungen) aufgeteilt und getrennt therapiert wird. Da die angesprochenen Strukturen zwischen den Männern heterosexuell geprägt sind, sind sie oft auch für Heteros nicht erkennbar, da „doch völlig normal“.

Es braucht wieder „Homosexuelle ARBEITSGRUPPEN“

Es braucht Einrichtungen für Schwule in der Suchtprävention

Es braucht Informationen – nicht über die neuesten Drogen – sondern klar über ihre verhängnisvolle Wirkung (Wenn die Leute sie „probiert“ haben, ist es meistens schon zu spät, wie bei einem Alkoholiker)

Es braucht schwule Einrichtungen zur „Partnerschaftsberatung“ – nicht nur Vermittlungsagenturen!

Alles Einrichtungen, die für Heterosexuelle selbstverständlich sind, subventioniert und mit Fachkräften ausgestattet werden!

Peter Thommen, Schwulenaktivist, Basel (61)

Beispiel: Ohne die 22×7 cm von meinem Ex fühl ich mich innerlich so leer. Wer will mich safe füllen? Mein Ex hats mir mit seinem fetten Schwanz jeden Tag richtig besorgt. Wer wills mir besorgen bis ich wieder einen Freund hab? Hab mit ihm auch gut deep-throaten (Gurgelfick) gelernt, aber lieber lass ich mich einfach knallen 😉  26 J

Freud über die analerotischen Triebe

Analität in der Psychoanalyse 

Siehe auch den Kommentar!

nemexia sagt:
12. April 2011 um 23:07  Hä, wenn ich dich richtig verstehe dann behauptest du, dass ein Mann schwul ist wenn er mit einer Frau Analverkehr hat? Sehr absurd…

Jeder Mann hat homosexuelle Bedürfnisse und die lebt er auf verschiedene Art aus. Als Fetisch, oder als Sexualpraktik. Ich denke hier vor allem auch an die vielen “Schwanzmädchen”, die eigentlich Tittenbuben sind, – aber die wegen der Brüste für viele Hetero- und Bisexuelle “akzeptabler” sind, weil das dann nicht “schwuler Sex” für sie ist…
Analverkehr ist so eine Praktik. Aber deswegen muss eben keiner schwul sein. Aber er kann diese “schwule” Lust auch an Frauen geniessen. Schwierig, sich dies einzugestehen. Denn viele Männer denken nicht gross über ihre Sexualbetätigung nach. Hauptsache irgendwas mit Frau. Und wenn es schnell geht, umso besser, das kratzt dann nicht am Selbstbewusstsein als Hetero!

(Hetero-)Sexualität lässt sich eben nicht nur am Schwanz und an der Vagina festmachen. So haben Schwule auch vielfältige Kontakte mit Frauen, und auch verschiedentlich Sex mit ihnen. Aber das wird einfach übersehen. Sie gelten als Schwule. Denn generell werden Männer über das definiert, was sie für alle sichtbar machen und nicht darüber, was sie heimlich treiben!

Also beruhige Dich mit Deinem Analverkehr. Du solltest einfach wissen, dass Frauen keine Prostata haben und somit auch nicht vom Analverkehr gleich stimuliert werden wie die Männer. Aber davon wissen die Männer oft auch nichts. (PT)

 

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2 Responses to “Verbreitete Analsucht unter Männern”

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